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DiscographieSaitensprung
Ihr außerordentliches Gespür für Melodien und Arrangements zeigt sich dabei nicht nur in den drei klassischen Werken, die durch modern komponierte Passagen einer regelrechten Frischzellenkur unterzogen wurden. Auch die Eigenkompositionen strotzen vor stilübergreifender Kreativität. Gleich zu Beginn demonstriert "Captain Islay" mit seiner mitreißenden Melodielinie in welchen Facetten die Künstlerin ihre Geige erklingen lassen kann: mal rockig wild, mal melancholisch zart nimmt es den Zuhörer vom ersten Bogenstrich gefangen. Edvard Griegs "In der Halle des Bergkönigs" aus der Peer Gynt-Suite überrascht durch moderne Soundeffekte, die sich gekonnt in den Klassiker einfügen. Dass ANNA KATHARINA nicht nur Geige und Bratsche vortrefflich beherrscht zeigt sich im orientalisch anmutenden "Nimbu Pani", bei dem sie zu ihrem Zweitinstrument, der Drehleier greift und den Zuhörer mit exotischer Rhythmik in Gedanken nach Indien entführt. Die beeindruckend frische aber ehrerbietende Interpretation von Sarasates "Zigeunerweisen" - dem Meisterstück, an dem sich jeder Violinist zu messen hat - lässt keinen Zweifel an ANNA KATHARINAs technischem Können, ihrem Anspruch an sich selbst und ihrer enormen musikalischen Virtuosität. Das in althochdeutsch vorgetragene und von der Drehleier begleitete Minnelied "Loibere Risen" begeistert durch seine Zartheit und liebevolle Untermalung durch Geige und Schlagzeug. Aber auch die folkig fiedelnde Geige hat ihren Platz auf "Saitensprung" gefunden: "Flying Cow" animiert den Zuhörer so zu ausgelassenem Tanz und Mitklatschen. ANNA KATHARINAs Hommage an die große Welt der Filmmusik, insbesondere die der James Bond Klassiker, findet sich in "Geschüttelt - nicht gerührt". Johann Sebastians Bachs "Partita E-Dur" erlebt eine wunderbare Verjüngung: Mit Schlagzeug und Bass nimmt das virtuose Geigenspiel den Zuhörer mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt von verträumt getragen bis überwältigend rasant. "Close Your Eyes" mit seinem aufwendigem Sakralchor und Leonard Cohens "Hallelujah", von der Künstlerin gefühlvoll gesungen, bilden den emotional aufrührenden Abschluss ANNA KATHARINAs zweiter Solo-CD. "Saitensprung" beeindruckt nicht nur durch die enorme stilistische Bandbreite und die spielerische Perfektion. Es ist zudem beseelt von ANNA KATHARINAs leidenschaftlicher Liebe zur Musik, die sich vom edel designten Artwork bis hin zur liebevollen Umsetzung der Stücke an jeder Stelle zu erkennen gibt: "Ich bin eins mit meiner Geige, mit meiner Musik" "Saitensprung" kann man im Schandmaul-Shop kaufen, oder bei Listen2Music downloaden. Neuland
Den "gewaltigen Strom der Emotionen", den die klassische Musik bei ihr auslöst, mischt ANNA KATHARINA mit ihren beiden Mitmusikern gehörig auf. Sie lassen den Gefühlsfluss über felsigem Rockgrund zum Wildwasser aufbrausen, jagen auf funkigem Sog dahin, strudeln aus der Tiefe dunkle Jazz-Harmonien nach oben, schaukeln und swingen fröhlich auf Folk-Wellen, und manchmal folgt jeder seinem ganz eigenen Lauf, bis am Ende alle wieder zusammenzuströmen. Im traurigen ruhigen Teil des fast zehn Minuten langen "Introduction et Rondo capriccioso, op. 28" schmiegen sich nur Geige und Bratsche tänzerisch aneinander, bei den stolzierenden Tutti-Parts lassen es bis zu sieben Geigen-, drei Bratschen- und mehrere Bass- und Drumspuren mit orchestraler Wucht krachen. Im barocken "La Follia" lässt Anna Katharina wie Arcangelo Corelli alles um das wiederkehrende Harmonieschema kreisen. Matthias Richter setzt ihren Variationen, die ein bisschen Mozart und Vivaldi ins Spiel bringen, sanft ohrfeigende Free-Jazz-Dissonanzen entgegen, die einen bald gefangen nehmen. "Mittlerweile klingt das Original fast fremd für mich", findet Anna Katharina. In die "Habanera" aus George Bizets Carmen pflanzt wiederum Curt Cress ein verteufelt-verzweigtes Rhythmusdickicht, in das sich Anna Katharina mit verruchter Stimme eine Schneise schlägt. "Die hat es faustdick hinter den Ohren, die Carmen." Auch in "Che faro" aus der Christoph Willibald Glucks "Orpheus und Euridice" singt sie: die spielerische Leidensmelodie des sich nach Euridice verzehrenden Orpheus. "Nur wer genau hinhört, merkt an der Gesangsstimme, dass es um etwas Höchstdramatisches geht", erklärt sie. Es lohnt sich also auf "Neuland" gut hinzuhören. Überall gibt es etwas zu entdecken! Nicht zuletzt in ANNA KATHARINAs eigenen Stücken: Im orientalisch anheimelnden "Die Bergkönigin" tanzt dieselbe für ihren Gemahl, der mit seinen Männern in den Krieg gegen ihr Heimatland zieht - da treffen die Extase des Reigens und das Heimweh auf das Stakkato des Militärs; das träumerische "Amelie" (eine Hommage an das großäugige Film-Mädchen) entspannt sich aus einer Drehleiermelodie; in "Vazou" haben sich Tangotöne eingeschlichen, im "Jalla-Jalla-Teil" von "Dügün" gleich alle möglichen Klänge einer wilden türkischen Hochzeit. "Wo ich das herhabe, weiß ich gar nicht", sagt die diplomierte Geigerin, "ich höre so viel und bin offen für alles, das sammelt sich und kommt irgendwann in den unterschiedlichsten Formen heraus." Der Stauraum in ihrem musikalischen Herz ist riesig, und einige Türen führen zum Glück auch nach draußen. Gemeinsam mit Schlagzeuglegende Curt Cress (Freddy Mercury, Tina Turner, Klaus Doldingers Passport, Udo Lindenberg u.v.m.) und den beiden SCHANDMAUL-Musikern Matthias Richter (Bass) und Thomas Lindner (Produktion) vermochte sie schon hier ihr Ansinnen charmant und auf hohem Niveau umzusetzen: ihre Musik - die Klassik - zu lockern und zu entstauben. "Neuland" kann man im Schandmaul-Shop kaufen, oder bei Listen2Music downloaden. |
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